Die Mutter aller Krisen

Was kommt nach Schuldenkrise, Euro-Krise, Bildungs-Krise…?


Keine dieser Krisen ist bewältigt. Doch die nächste ist längst da. Sie schwelt. Bemerkt wird sie erst von wenigen. Dafür droht ihr voller Ausbruch mit umso größerer Gewalt - und existentiellen Folgen.

Diese Krise ist tückisch. Sie schleicht sich wie auf Katzenpfoten in unser Leben - und wir bemerken es kaum. Hier und da gibt es Berichte zur Bevölkerungsentwicklung, wird auf die Alterpyramide verwiesen - doch der große Alarm, geschlagen von Politikern und Medien, der große Alarm bleibt aus. Verdrängung? Flucht aus der Wirklichkeit?

Es geht um Demographie. Um Bevölkerungsentwicklung- und Stabilität. Na und…? Was können wir da tun? Betrifft uns das überhaupt? Irgendwie, so mögen Viele glauben, wird sich das schon regeln. Irgendwie? Das ist die große Illusion in unserem Land, die Hoffnung auf eine Zukunft, die so ganz anders sein wird als heute erwartet - wenn, ja wenn nichts Entscheidendes geschieht. Endlich geschieht!

1965 wurden 1.325.386 Babies in Deutschland geboren. 1990 waren es nur noch 905.675 - und im Jahr 2009 gerade noch 651.000 Kinder, die in Deutschland das Licht der Welt erblickten. Knapp ein Viertel von ihnen hat nur noch einen deutschen Elternteil. Wenn das so weitergeht - und genau danach sieht es aus! - wird es in wenigen Jahrzehnten nicht nur Millionen weniger Menschen in Deutschland geben. Zugewanderte und ihre Nachkommen werden die Mehrheit stellen und Kultur, Religion, Politik und Leben in diesem Land dominieren. Ist eine solche Entwicklung, wie es oft heißt, schon heute unumkehrbar? Um das Jahr 2050 herum wird sie von angesehenen Bevölkerungswissenschaftlern erwartet.

Egal? Können wir doch nicht beeinflussen? Leben wir dann überhaupt noch? Wer so denkt, denkt nicht an seine Kinder und ihre Zukunft. Er lebt ohne Common Sense, ohne Gemeinsinn, ohne historisches Hintergrundwissen und ohne das politische Selbstverständnis seiner Väter, für die der Erhalt des deutschen Volkes unwidersprochen Ziel der ganzen Gesellschaft war. Gilt das heute nicht mehr?

Die politischen Präferenzen mögen unterschiedlich sein. Doch eines ist "unpolitisch" klar: Bevölkerungsstabilität ist die Basis, auf der fast alle unsere sozialen Systeme beruhen. Sie beeinflusst das Wirtschaftswachstum, die Steuereinnahmen und die Zahlungsfähigkeit des Staates, die gesamte Infrastruktur, Kranken- und Renten- und Pflegeversicherung, den Arbeits- und Wohnungsmarkt und vieles andere mehr. Das kann niemanden gleichgültig lassen.

Die "Junge Freiheit" hat jüngst unter der Überschrift "Abschied vom Ego-Trip" auf diese Problematik hingewiesen und ein Interview mit Prof. Theodor Schmidt-Kaler, Berater mehrerer Bundesregierungen, veröffentlicht, in dem dieser zwar die demographische Krise deutlich beschrieb, aber noch eine weit tiefere Krise identifizierte. Und das ist die Krise des deutschen Selbstbewusstseins seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Schmidt-Kaler nannte sie die "Mutter aller Krisen".

"Hinter all den Zahlen, Daten, Analysen…steht," so Schmidt-Kaler, "eine zentrale Frage, die zwar alles bestimmt, aber in der offiziellen Debatte nie offen angesprochen wird: nämlich dass die Voraussetzung für eine gesunde Demographie heute ist, dass überhaupt der politische Wille besteht, unsere Nation zu erhalten. Wenn dieser Wille fehlt, wenn den Angehörigen einer Gemeinschaft nur das persönliche Fortkommen wichtig ist, dann hilft auch alle politische Flickschusterei wie Elterngeld und Kita-Plätze nichts - dann wird diese Gemeinschaft untergehen. Aber das auszusprechen traut sich kein Journalist und kein Politiker. Denn da sind seit dem Zweiten Weltkrieg die "Reeducation" und heute die Political Correctness davor."

Es ist eine teuflische Spirale, die konsequent nach unten zeigt. Immer weniger Menschen werden immer weniger Volkseinkommen bzw. Steuern erarbeiten. Der wirtschaftliche Abstieg wiederum wirkt sich nachteilig auf die Geburtenrate aus, weil die Familien immer mehr unter Druck geraten. Immer mehr Menschen scheiden aus dem Arbeitsleben aus, sie gehen in Rente. Sie müssen versorgt werden. Das kostet wiederum - und muß durch die weniger werdende Arbeitsbevölkerung geleistet werden. Die Folge: 10 Arbeitnehmer müssen dann nicht nur den eigenen Haushalt finanzieren, sondern gleich 10 Rentnerhaushalte mit. Das ist nicht Fiktion. Das wird - wie Forscher voraussagen - bald Realität sein.

Nehmen wir das nun unbewegt und resigniert zur Kenntnis? Leisten wir im Zeitalter der Political Correctness schon keinen Widerstand mehr? Wo ist unsere Regierung? Die ist - längst! - zum Handeln aufgerufen. Sie handelt auch. Sie steckt Milliarden in Elterngeld und Kitas. Doch leider - mehr Babies gibt es deshalb nicht. Also Fehlinvestitionen? So sieht es aus. Prof. Schmidt-Kaler:

"In der Tat könnte heute nicht einmal eine plötzliche, wunderbare Hebung der Geburten auf die Reproduktionsrate von 2,1 Kindern pro Familie den Sturz ins Bodenlose der nächsten Jahrzehnte aufhalten ("Es ist dreißig Jahre nach zwölf"). Dennoch will ich nicht so pessimistisch sein. Denn für mich ist klar, dass wir in Deutschland selbst d i e s e Krise meistern könnten, wenn nur der unbedingte politische Wille nach Erhalt unseres Volkes vorhanden wäre. Denn Deutschland hat schon ganz anderes überstanden. Mein Pessimismus speist sich also weniger aus den Zahlen als aus dem Anblick der desolaten politischen und geistigen Führung unseres Volkes."

Prof. Schmidt-Kaler macht relativ einfache und konkrete Vorschläge:
  1. Bevölkerungspolitik läuft auch über das Sozialbudget. Deshalb muß dieses gezielt zur Förderung unseres Staatsvolkes eingesetzt werden. Wenn also etwa ein Türke deutscher Staatsbürger ist, so muß auch er in dessen Genuß kommen, nicht aber seine ganze Großfamilie, auf die das nicht zutrifft.
  2. Bei der Vergabe von Arbeitsplätzen müssten informell - also nicht staatlich geregelt, sondern per gesellschaftlicher Konvention - Arbeitnehmer mit Familie bevorzugt werden.
  3. Gelder dürfen nicht mehr für Bankenrettung ausgegeben werden oder nach Griechenland fließen. Da würden gewaltige Summen gespart werden, die dann massiv in die Familien Investiert werden könnten
Aber: Gesetze und finanzielle Wohltaten helfen gar nichts, wenn in unserem Lande die Kraft zum Überleben als Nation fehlt!



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Zitate zur Lage

Der Versuch, eine Aufarbeitung der Vertreibung der Deutschen zu unterbinden, weil dies angeblich einer "Aufrechnung" gleichkomme, verkennt die Menschenrechte der Vertriebenen und somit schließlich der übrigen Menschen. Es ist Hohn und Unbarmherzigkeit den Opfern gegenüber. Der Vorwurf der Aufrechnung kommt aus der Waffenkammer des Totalitarismus, in dem das Individuum nichts gilt. Der Vorwurf der Aufrechnung bedeutet Diffamierung und zugleich eine Einschüchterung der Opfer…
(Prof. Alfred M. de Zayas, US-Völkerrechtler und Historiker)