Groß ist die Wahrheit und sie wird triumphieren

(Lateinisches Sprichwort)


Es ist so eine Sache mit der Wahrheit. Im Kriege sowieso. Und im Frieden? Wenn es um politische Positionen geht? Um Geschichte? "Es gibt eine Sünde, die gegen die ganze Menschheit mit all ihren Geschlechtern begangen werden kann - dies ist eine Verfälschung der Geschichte." Das sagte einst Friedrich Hebbel, deutscher Dichter (1813 - 1863).

Deutschland und Polen

Was sagte eine deutsche Bundeskanzlerin in der Gegenwart? Angela Merkel am 1. September 2009 in Danzig, dem Tag des Kriegsbeginns mit Polen:

"Heute vor 70 Jahren begann mit dem deutschen Überfall auf Polen das tragischste Kapitel in der Geschichte Europas. Der von Deutschland entfesselte Krieg brachte unermessliches Leid über viele Völker…

Städte und Dörfer wurden zerstört. In der Hauptstadt wurde nach der Niederschlagung des Aufstands 1944 kaum ein Stein auf dem anderen gelassen…

Hier…gedenke ich als deutsche Bundeskanzlerin aller Polen, denen unter den Verbrechen der deutschen Besatzungsmacht unsägliches Leid zugefügt wurde.

Ich gedenke der sechs Millionen Juden und aller anderen, die in deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern einen grausamen Tod erlitten.

Ich gedenke der vielen Millionen Menschen, die ihr Leben im Kampf und im Widerstand gegen Deutschland lassen mussten.

Ich gedenke aller, die unschuldig durch Hunger, Kälte und Krankheit, durch die Gewalt des Krieges und seine Folgen sterben mussten."


Es gibt keine Worte, sagte Frau Merkel in dieser Rede weiter. In der Tat: Wie eine deutsche Bundeskanzlerin so falsch, so einseitig, so demütig auftreten kann - dafür gibt es wirklich keine Worte! Falsch ist es, vom deutschen "Überfall" zu sprechen, nachdem Polen jahrelang Kriegshetze betrieben, die deutsche Minderheit drangsaliert und ihrer Armee die Generalmobilmachung befohlen hatte - und das erst wenige Tage vor dem deutschen "Überfall"! Ein Überfall kommt schließlich unerwartet, ungeschützt, ganz plötzlich, oft auch aus dem Hinterhalt. Frau Merkel weiß doch um die Bedeutung dieses Wortes. Und trotzdem benutzt sie es - falsch, ihr eigenes Land anklagend. Oder hält sie etwa eine Rede und kennt die geschichtlichen Zusammenhänge nicht? Weiß sie nicht, wie viele Väter dieser schreckliche Krieg überhaupt hatte - Polen, England, Frankreich, die USA zum Beispiel und Deutschland mittendrin?

Gut, daß sie in Danzig der Millionen Opfer gedachte. Das kann man nicht oft genug tun. Sie erwähnte Polen, Juden "und alle anderen". Sind mit "alle anderen" vielleicht wir Deutsche gemeint? Die 15 Millionen Deutsche, die aus ihrer Heimat im Osten vertrieben wurden, die 2,5 Millionen, die dabei auf schrecklichste Weise um Leben kamen? Und die mehr als 2 Millionen Frauen, die vergewaltigt wurden, viele von ihnen mehrfach und bis zum Tode? "Alle anderen", das klingt, als schämte sie sich, die deutschen Opfer zu benennen. Eine Erwähnung aus Alibigründen nur?

Was immer Frau Merkel zu einer solchen Rede getrieben haben mag - für eine deutsche Bundeskanzlerin war der Auftritt in Danzig peinlich. Ob sie sich wenigstens im Rückblick schämt?

Deutschland und Frankreich

Und dann Paris, zwei Monate danach. Das gleiche Lied, das gleiche Leid. Frau Merkel spricht zum Gedenktag des Waffenstillstands nach dem Ersten Weltkrieg. Wieder ohne Geschichtskenntnis - oder Verdrängung? Wörtlich:

"Wir werden nie vergessen, wie sehr in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Franzosen durch Deutsche zu leiden hatten…"

Nur Franzosen durch Deutsche? Also nicht auch Deutsche durch Franzosen? Natürlich - in den Augen der deutschen Bundeskanzlerin sind ihre Landsleute ja das Tätervolk, das sich überall zu entschuldigen hat. Kein Wort davon, wie die europäische Gemengelage vor dem Ersten Weltkrieg überhaupt war, wie es zu dessen Ausbruch kam.

"Frankreich hat Deutschland die Hand zur Versöhnung gereicht. Deutschland wird das nie vergessen. Deutschland hat diese Hand dankbar angenommen."

Vom Versailler Vertrag - und seinen Folgen! - scheint sie noch nie etwas gehört zu haben. Oder hat sie doch? Dann wäre ihre Einseitigkeit ja noch schlimmer! Versöhnung wollen, Versöhnung praktizieren - wie selbstverständlich für uns alle das heute ist. Aber - auch hier wieder - geschichtliche Wahrheiten verdrehen bzw. verschweigen? Das kann nicht Aufgabe deutscher Politik sein! Das kann nicht gut sein!

"Wenn man eine Moral zur Schau trägt, riskiert man, nicht ernst genommen zu werden… Man kann einem Volk nicht trauen, das rund um die Uhr eine intellektuelle Selbstverachtung vorführt…Bevor wir überhaupt an eine neue Weltordnung zu denken beginnen, brauchen wir vor allem historische Aufrichtigkeit und Objektivität." (Lennart Meri, Staatspräsident von Estland, bei seinem Staatsbesuch in Berlin).

Es ist ein gefährlicher Geist, der aus der Bundeskanzlerin spricht. Ein anti-deutscher Geist, nein, der kann es einfach nicht sein. Doch es ist der gleiche Geist, der sie die Milliarden-Bürgschaft für Griechenland verkünden lässt. Der Deutschland kurzerhand mit rund 150 Milliarden Euro am europäischen Rettungsschirm teilnehmen lässt. Da fragen sich die Menschen schon nach dem Warum und Wohin…



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Zitate zur Lage

Der Versuch, eine Aufarbeitung der Vertreibung der Deutschen zu unterbinden, weil dies angeblich einer "Aufrechnung" gleichkomme, verkennt die Menschenrechte der Vertriebenen und somit schließlich der übrigen Menschen. Es ist Hohn und Unbarmherzigkeit den Opfern gegenüber. Der Vorwurf der Aufrechnung kommt aus der Waffenkammer des Totalitarismus, in dem das Individuum nichts gilt. Der Vorwurf der Aufrechnung bedeutet Diffamierung und zugleich eine Einschüchterung der Opfer…
(Prof. Alfred M. de Zayas, US-Völkerrechtler und Historiker)