Liebe Leserin, lieber Leser,

der Zweite Weltkrieg war eine Katastrophe, die letzten Monate dieses Krieges - und sogar noch weitere Jahre, die ihm unmittelbar folgten! - eine ganz besondere Tragödie. Millionen Menschen wurden Opfer. Was geschah und wie es geschah - das erzählen diese Bücher. Sie zeigen einen kleinen Teil eines großen Weltgeschehens.

Es ist eine deutsche Vergangenheit, die weit in unsere Gegenwart reicht. Sie ist unser nationales Erbe, das weder verleumdet noch verfälscht werden darf. In diesen Büchern haben Zeitzeugen das Wort. Ich wünsche mir sehr, das auch viele junge Menschen es aufnehmen - und weitertragen mögen.





ISBN: 978-3-902475-39-8
19.90 Euro


Über das Buch

Man muß nicht Geschichte studiert haben, um dieses Buch zu verstehen. Es ist einfach, ehrlich, klar und knapp geschrieben. Auch, wer nur wenig Zeit hat, sich aber übersichtlich informieren möchte über ein aus heutiger Sicht unbegreifliches Geschehen in der Mitte des 20. Jahrhunderts – der wird es in einem Zug lesen wollen und betroffen sein.

Es geht um Flucht und Vertreibung vor mehr als 60 Jahren. „Erzwungene Wanderung“ nannte das einst schönfärberisch der Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Fünfzehn Millionen Deutsche hatten sich vor Mord, Deportation, Hunger und Gefangenschaft verzweifelt von Ost nach West retten wollen. Sie waren praktisch vogelfrei. Für zweieinhalb Millionen endete diese „Wanderung“ mit einem grausamen Tod. Etwa zwei Millionen Frauen wurden, viele von ihnen gleich mehrfach, von den anstürmenden Rotarmisten vergewaltigt. Wer dennoch in der Heimat zurück geblieben war – sei es, dass eine Flucht schon nicht mehr möglich war, sei es in der verzweifelten Hoffnung, gar so schlimm könne es doch nicht werden - musste dafür einen schrecklichen Preis bezahlen. Er wurde unter grausamen Bedingungen vertrieben – auf ewig. Und „legalisiert“ durch die Siegermächte des II. Weltkrieges noch dazu.

Ohne Rücksicht auf den Zeitgeist geschrieben

Das Buch ist authentisch. Der Autor, damals ein Junge von 14 Jahren, berichtet, was er in den dramatischen Monaten des Jahres 1945 gesehen, erlebt, gefühlt hat. Er tut es ruhig und sachlich ohne Rücksicht auf den Zeitgeist, wie er sich in den Reden deutscher Politiker und den Kommentaren mancher Medien reflexartig spiegelt. Wir sitzen nämlich nicht allein im Schuldturm der Geschichte, so seine Feststellung. Unser Volk ist nicht unmoralischer, nicht rücksichtsloser, nicht mörderischer als andere Völker auch. Sogar Ronald Reagan, Präsident der Vereinigten Staaten von 1981 bis 1989, bekannte ohne Umschweife: „Die Welt weiß alles über die Verbrechen der Deutschen, aber sie weiß nichts über die Verbrechen an Deutschen.“ Das Buch läßt uns den Schock einer Winternacht nacherleben. Januar 1945. 20° Frost, Schneetreiben. Eine kleine Stadt liegt in tiefem Schlaf. Plötzlich die Alarmsirene mit ihrem lauten, klagenden Ton. Russische Panzer nur noch wenige Kilometer entfernt! Die Familie flieht in Panik – aber der Vater, städtischer Beamter in preußischer Pflicherfüllung, bleibt mit ungewißem Schicksal zurück. Die Verantwortung für das Entkommen der hochschwangeren Mutter und des polnischen Hausmädchens liegt jetzt bei dem 13-jährigen Sohn…Die persönlichen Erfahrungen und Schrecknisse werden zwar zum „Roten Faden“, der das Buch durchzieht – doch sind sie geschickt eingebettet in das, was letztlich zum Schicksal ganzer Provinzen und von Millionen Menschen wurde: die politischen, geschichtlichen und militärischen Zusammenhänge jener Zeit.

Eine unbestechliche Information, wie es wirklich war

Diese sind dramatisch genug. Aber wie bekannt sind sie überhaupt noch – heute, nach mehr als 60 Jahren? Nach Umerziehung, kräftezehrendem Aufbau, Existenzsicherung und Globalisierung? Welchen Einfluß haben Zeitgeist und political correctness auf die Bereitschaft zur sachgerechten, unbestechlichen Information über das, was wirklich war? Über das, was unser Land und seine Menschen unterbewußt verfolgt, vielleicht gar stigmatisiert? Was wissen wir über unsere nationale Identität?

Wer über Geschichte schreibt, kann stören. Er darf kein Dogma akzeptieren, keine Verbote, keine Tabus. In einem freien Staat ist es weder Sache der Regierung noch der Justiz, geschichtliche Wahrheit zu definieren. Das müssen schon die Menschen selbst tun – und am besten die, die sie erlebt haben. Noch ist es Zeit dafür, wenn die Chancen, das tun zu können, auch immer geringer werden. Heute sind nur noch, so wird geschätzt, sechs Prozent jener Menschen am Leben, die noch aus eigenem Erleiden berichten können.

Dieses Buch ist Erlebnisbericht, Reflexion und Appell zur Versöhnung in einem.

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ISBN: 978-3-8391-7317-6
23.60 Euro


Über das Buch

1945. Der schrecklichste aller Kriege geht zu Ende. Hertha Perrau muß im Alter von 15 Jahren aus ihrer Heimat in Ostpreußen flüchten - nachts, bei Schneetreiben und 20° Frost, die russischen Panzer rollen an. Mit viel Glück erreicht sie, zusammen mit Mutter und Tante, Mecklenburg. Erst ab Mai schweigen die Waffen - das Ende aller Verfolgung ist es nicht.

Lebensmittel sind äußerst knapp - so knapp, dass selbst die Rote Armee mit Handgranaten auf Fischfang geht. Flüchtlinge bekommen keine Lebensmittelkarten mehr. Verhungern? Sie müssen zurück, zurück in ihre Heimat! Weinen und Betteln hilft nicht. Es ist ein qualvoller Weg zu Fuß, den sie antreten, und sie kommen nie "zu Hause" an. Ein Güterzug bringt sie schließlich bis Stolp in Ostpommern. Hier sind noch die Russen und schon die Polen. Wie überleben sie im Chaos?

Monate später kommen sie wieder nach Westen, nach Mecklenburg, das nun zu ihrer neuen Heimat wird. Es ist eine Existenz ganz unten - praktisch ohne Einkommen, abhängig von Almosen und Diebstahl. Erst allmählich bessert sich ihre Lage, und das Leben wird wieder lebenswert.

Ein deutsches Schicksal. Ein verdientes Schicksal? "Der Zweite Weltkrieg war Anlaß, nicht Ursache der Vertreibung. Es waren bewusste, von langer Hand geplante politische Entscheidungen… Auch die geopolitischen Ambitionen Stalins und der Wille der Westalliierten, Deutschland nachhaltig zu schwächen, gehören dazu", so der amerikanische Völkerrechtler Alfred de Zayas in seinem Buch "50 Thesen zur Vertreibung" - ganz im Gegensatz zu den in Deutschland gepflegten Schuldritualen.

Welche historischen und völkerrechtlichen Thesen ein kompetenter ausländischer Beobachter zum Leiden der deutschen formuliert hat - auch das beschreibt dieses Buch in der ihm eigenen unpathetischen und doch bewegenden Sprache.

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Zitate zur Lage

Geschichte wiederholt sich nicht. Aber sie bestraft denjenigen, der sie nicht kennt
(Michael Stürmer)

Autorenportrait


Gerade 14 Jahre alt, wurde die Flucht aus Ostpreußen im Januar 1945 zu einem tiefen Einschnitt in seinem Leben. Ständige Angst vor dem Morgen, den russischen Panzern, Entbehrungen, Ungewissheit - aber auch Glück. Für ein Studium reichte das Geld nicht, also gab es eine kaufm. Lehre im Außenhandel. Schon das war Glück. Denn die Arbeitslosigkeit war hoch in jenen Jahren und Lehrstellen knapp. Lutz Radtke lernte keine Theorie - er lernte Praxis. Auch in den Folgejahren.

Geschadet hat das nicht, im Gegenteil. Der Autodidakt, der er war, schuf sich seine Welt. Diese Welt war lebendig und voller Chancen. Bald war er der damals jüngste Prokurist bei Bayer in Leverkusen, schließlich Vorstandsmitglied für Marketing und Vertrieb eines internationalen Reifen-Produzenten, von Pirelli. Der Marktanteil in Deutschland stieg, die Gewinne auch. Es war eine harte Zeit - aber eine schöne Zeit war es auch. Pflichten und Freuden, so das unausgesprochene Lebensmotto, das immer Bestand für die ganze glückliche Familie hatte.

Und da sind die Wurzeln im Osten. Die Verbindung dorthin hat er nie verloren. Seine alte Heimatstadt Deutsch-Eylau, bei der Eroberung durch die Rote Armee zu etwa 90 % zerstört, ist heute polnisch und heißt Ilawa. Eine polnische Familie lebt zufrieden in seinem Elternhaus und empfängt den ehemaligen Bewohner mit östlicher Gastfreundschaft - Menschen, die das Schicksal eines schrecklichen Krieges miteinander teilen und sich wohl auch deshalb respektieren und verstehen.

Lutz Radtke ist ein kritischer Beobachter der deutschen Ostpolitik und wird nicht müde, auf geschichtliche Hintergründe und politische Fehlentwicklungen hinzuweisen. Nach "Entkommen! Mein Weg durch Chaos, Krieg und Kälte" ist "Treibgut der Geschichte" sein zweites Buch zu diesem Thema.

Leser-Meinungen

Sehr geehrter Herr Radtke,

Ihr Buch habe ich gelesen, nein verschlungen. Ich habe es wie einen Krimi gelesen, nur war ich mir bewusst, dass die Handlung nicht erfunden, sondern bittere Wahrheit ist. Eine Wahrheit, die auch ich, einer von Millionen Flüchtlingen, erfahren habe.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Buch. Gut recherchiert, spannend, sachlich und dennoch sehr einfühlsam geschrieben. Dieses Buch weckt die Erinnerung an eine traurige Vergangenheit, die wir und unsere Nachkommen nicht vergessen sollten…

(Rudolf Block, Oberursel)

Ja, irgendwie gleichen sie sich

"Eine Vermutung, die ich immer schon hatte, wurde nach meiner neuseeländischen Fernflucht zur Gewissheit: Alle Menschen, ob Musiker oder Politiker, Deutsche oder Neuseeländer, Juden oder Christen, Verfolger oder Verfolgte, gleichen sich zum Erschrecken trotz unterschiedlicher Veranlagungen, Ideale und Konventionen.

In allen von uns stecken die Potentiale sämtlicher Handlungsweisen, natürlich auch die aus dem Haß geborenen. Dazu kommen machtvolle Zwänge (Reaktionstriebe), die erst dann aktiv werden, wenn sich Menschen in ganz bestimmten Situationen befinden. Zum Beispiel die der unbeschränkten Machtbefugnis oder, im Gegensatz dazu, der ohnmächtigen Abhängigkeit. Besonders gefährlich ist dabei, dass die ängstliche Unterwürfigkeit der einen die Herrschaft der anderen triebhaft steigert - und umgekehrt. Liebenswert werden die Menschen immer erst durch ihre Befähigung zur Vernunft und durch die Möglichkeit, kraft Einsicht und Erkenntnis verhängnisvollen Zwängen und Tendenzen entgegen zu wirken - sich bewusst für die Liebe zu entscheiden. Auf dieser der menschlichen Natur mitgegebenen Fähigkeit basiert meine ganze Hoffnung."

Michael Wieck, 1928 als Kind einer jüdischen Mutter geboren, erlebte als Junge die Verfolgung durch die Nationalsozialisten und den Untergang Königsbergs beim Sieg der Roten Armee 1945.